{"id":598,"date":"2017-02-21T20:40:02","date_gmt":"2017-02-21T19:40:02","guid":{"rendered":"http:\/\/etusis.de\/?p=598"},"modified":"2017-02-21T20:40:02","modified_gmt":"2017-02-21T19:40:02","slug":"geologie-auf-etusis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/etusis.de\/en\/geologie-auf-etusis\/","title":{"rendered":"Geologie auf Etusis"},"content":{"rendered":"<div class=\"fuw-postcontent\">\n<div class=\"fuw-article\">\n<h2>Rund um Karibib<\/h2>\n<p><em><br \/>\nEin Bericht von Diplom-Geologin Nicole Gr\u00fcnert, Terra Africana Safaris (Pty) Ltd <\/em><br \/>\nDie Geologie rund um die Ortschaft Karibib wird im wesentlichen durch damarazeitliche Gesteine charakterisiert. Dar\u00fcberhinaus gibt es in der Region mit dem Abbabis-Metamorphit-Komplex auch sehr alte Formationen zu betrachten. Weitere, extreme Formen der Granit-Verwitterung sind ein Eldorado f\u00fcr Fotografen und Landschaftsliebhaber.<\/p>\n<p>Die geologische Entwicklung der Karibib-Region begann vor ca. 2 Mrd Jahren. Zu dieser Zeit formte sich ein Gesteinszug, dessen \u00dcberreste sich noch heute von Walvis Bay in nord\u00f6stlicher Richtung bis hinter Karibib erstrecken und der als Abbabis-Metamorphit-Komplex bezeichnet wird.<\/p>\n<p>Der Abbabis-Komplex blieb f\u00fcr Jahrmillionen bis zum Einsetzen des Damara-Zeitalters vor ca. 900 Mio Jahren stabil. Zu Beginn dieses so bedeutsamen geologischen Abschnitts bildeten sich in Zentral-Namibia zwei kontinentale Gr\u00e4ben aus, die als Sedimentationsbecken f\u00fcr Abtragungsmaterial aus den umliegenden Hochl\u00e4ndern, wie dem Abbabis-Komplex dienten. Ablagerungen dieser Zeit, die auch in anderen Landesteilen zu finden sind, werden als Nosib-Gruppe zusammengefasst. Der Gesteinsschutt in den Gr\u00e4ben setzte sich im wesentlichen aus fluviatilen (von Fl\u00fcssen abgelagerten) Sandsteinen und Konglomeraten zusammen, die wahrscheinlich unter semi-ariden klimatischen Bedingungen (daher die rote Farbe der Gesteine) abgelagert wurden. Durch Metamorphose wurden diese Sedimente w\u00e4hrend der Damara-Gebirgsbildung vorwiegend in Quarzite umgewandelt, die heute als Etusis-Formation bezeichnet werden. Aufgrund starker tektonischer Aktivit\u00e4ten l\u00e4ngs der Grabenschultern w\u00e4hrend der Etusis-Zeit kam es zum Ausbruch quarzreicher Vulkanite, deren \u00dcberreste vereinzelt am s\u00fcdlichen Grabenrand zu finden sind.<\/p>\n<p>Aufgrund weiterer tektonischer Absenkung gelangte das Gebiet grossr\u00e4umig unter marinen Einfluss und Gesteine der sogenannten Swakop-Gruppe kamen zur Ablagerung. Diese sind heute in grosser Vielfalt in Form unterschiedlichster metamorpher Gesteine \u00fcberliefert.<\/p>\n<p>Auch Ablagerungen der Snowball-Earth Periode sind im Raum Karibib zu finden. Diese beinhalten sowohl die Gesteine der Chuos-Formation (1. Vereisung vor etwa 730 Mio Jahren), als auch glaziale Sedimente der Ghaub-Formation, die w\u00e4hrend der 2. Vergletscherung der Erde vor ca. 635 Mio Jahren entstanden.<\/p>\n<p>Nach dem Abschmelzen der weltweiten Gletscher entwickelte sich rund um Karibib eine\u00a0 Schelf-Plattform, auf der die m\u00e4chtigen Karbonate der Karibib-Formation abgelagert wurden. W\u00e4hrend der anschliessenden Damara-Gebirgsbildung wurden diese in Marmore umgewandelt und bilden heute den Grundstock f\u00fcr eine intensive Naturstein-Industrie in der Region. Weiter s\u00fcdlich verzahnen sich die Karibib-Marmore meist mit sogenannten Kalk-Silikaten (mit Sand und Ton verunreinigte Marmore). Diese haben sich hier aufgrund der speziellen tektonischen Position l\u00e4ngs eines Kontinental-Abhangs ausgebildet und werden der zeitgleich entstandenen Tinkas-Formation zugerechnet.<\/p>\n<p>S\u00fcdlich des Kontinental-Abhangs lief w\u00e4hrend der gesamten Damara-Zeit eine v\u00f6llig andere geologische Entwicklung ab. Dort bildete sich ein tiefes Meeresbecken, der sogenannte Khomas-Trog aus, in dem \u00fcber Millionen von Jahren tonreiche Sedimente zur Ablagerung kamen. Diese wurden w\u00e4hrend der Damara-Gebirgsbildung in Glimmerschiefer umgewandelt und werden heute als Kuiseb-Formation bezeichnet. Gesteine aus dieser Zeit dominieren die Geologie um Windhoek und des angrenzenden Khomas-Hochlands, sind aber auch im Gebiet um Karibib anzutreffen.<\/p>\n<p>Die Entwicklung des Tiefsee-Beckens vollzog sich s\u00fcdlich einer sehr markanten geologischen Grenze, die als Okahandja-Lineament bezeichnet wird. Das Okahandja-Lineament, welches auf Satellitenbildern \u00fcber mindestens 530 km in nord\u00f6stlicher Richtung zu verfolgen ist, stellt eine der bedeutendsten geologischen Grenzlinien des Dmiamara-Zeitalters dar. Es bildet die Naht zwischen der Zentralen Zone und der S\u00fcdlichen Zone des Damara-Gebirges, entlang derer strukturelle, tektonische und sedimentologische Ver\u00e4nderungen deutlich werden. S\u00fcdlich dieser tiefreichenden Schw\u00e4chezone, die schon w\u00e4hrend der Damarazeit aktiv war, senkte sich der Tiefseegraben des Khomas-Trogs ab, w\u00e4hrend sich die s\u00fcdliche Zentral-Zone, die durch Schelf-Sedimentation charakterisiert war, weiter anhob. Im Tiefsee-Bereich des Khomas-Trogs kamen fast nur die Glimmerschiefer der Kuiseb-Formation zur Ablagerung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend und kurz nach Abschluss der Damara-Gebirgsbildung wurde der frisch gebildete Gebirgszug von mehr als 200 Magmenk\u00f6rpern, meist Granit-Plutonen durchdrungen. Dieser Granit-Aufstieg f\u00fchrte zur Bildung von Dom-Strukturen, bei denen die auflagernden Gesteine durch die Granite nach oben gestemmt wurden. Dies hatte zur Folge, dass heute noch zahlreiche alte Grundgebirgsaufbr\u00fcche, wie der Abbabis-Komplex zu finden sind, da auch sie von dieser Aufdomung angehoben wurden. Pegmatit-G\u00e4nge, die mit diesen Granit-Intrusionen in Verbindung stehen, drangen in die damarazeitlichen Gesteine ein und sind an vielen Stellen aufgeschlossen. Da diese Pegmatite h\u00e4ufig reich an Halb-Edelsteinen und Industrie-Mineralen sind, fand und findet in der Region ein reger Kleinbergbau auf diese Sch\u00e4tze statt.<\/p>\n<p>Nach Abschluss der Damara-Gebirgsbildung vor ca. 460 Mio Jahren unterlag das Gebiet im wesentlichen der Abtragung. Alle weiteren j\u00fcngeren geologischen Ereignisse hinterliessen keine markanten Spuren, abgesehen von den gewaltigen vulkanischen Ausbr\u00fcchen des Erongos w\u00e4hrend der Post-Karoo Zeit . Zu dieser Zeit sind auch die Dolerit-G\u00e4nge entstanden, welche die damarazeitlichen Gesteine im Raum Karibib vereinzelt durchschlagen haben.<\/p>\n<h2>3.3.1\u00a0\u00a0 \u00a0Etusis Lodge<\/h2>\n<p>Die Etusis Lodge ist ca. 36 km s\u00fcdlich von Karibib gelegen. Biegen Sie in der Ortschaft auf die C 32 ab. Nach ca. 20 km ist die Abzweigung zur Lodge ausgeschildert. Von dort sind es noch 16 km.<\/p>\n<p>Das Gel\u00e4nde dieses privaten Naturschutzgebietes umfasst eine Fl\u00e4che von 21.000 ha und besteht aus den Farmen Etusis, Habis und Neikhoes. Die Landschaft wird durch die Otjipatera-Berge dominiert. Dieser bis zu 1989 m hohe Bergzug wird aus roten Gesteinen der Etusis-Formation aufgebaut. Diese treten auf Etusis so h\u00e4ufig und in besonders charakteristischer Form auf, dass der Farmname Pate f\u00fcr die gesamte Formation wurde. Die insgesamt bis zu 3350 m m\u00e4chtige Gesteinsabfolge besteht im wesentlichen aus geschichteten, hell-rot bis braun-gr\u00e4ulichen, feldspatreichen Quarziten. Dazwischen treten Paragneise, Biotit-Schiefer und Konglomerate auf. Die Gesteinsvielfalt der Etusis-Formation kann der aufmerksame Beobachter besonders gut am &#8220;Wasserfall&#8221; auf Etusis studieren .<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.etusis.de\/lodge\/images\/stories\/lb_geologie\/334.jpg\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Abbildung 3.34: Die roten Quarzite der Etusis-Formation bauen die steilen Felsw\u00e4nde des Wasserfalls auf<\/p>\n<p>Die geologische Entwicklung von Etusis begann allerdings schon lange vor Ablagerung der Damara-Gesteine, denn auch \u00dcberreste des uralten Abbabis-Metamorphit-Komplexes sind w\u00e4hrend einer Rundfahrt auf dem Lodge-Gel\u00e4nde zu bewundern. Eine exakte altersm\u00e4ssige Einordnung ist allerdings schwer zu ermitteln. Durch die metamorphen Vorg\u00e4nge w\u00e4hrend der Damara-Zeit kam es zu einer \u00dcberpr\u00e4gung des urspr\u00fcnglichen radiometrischen Alters der Abbabis-Gesteine. Alters-Datierungen deuten jedoch auf eine Enstehung vor mehr als 2 Mrd Jahren hin. Diese damit zu den \u00e4ltesten Gesteinen Namibias z\u00e4hlenden \u00dcberreste bestehen im wesentlichen aus unterschiedlichen Gneissarten, Quarziten und anderen hochmetamor-phen Gesteinen.<\/p>\n<p>Die Abbabis-Gesteine sind vorwiegend im Gebiet der Etusis Lodge auf der Nachbarfarm Habis zu finden, die mit Etusis zu einem privaten Naturreservat zusammengeschlossen ist. Dort sind sogenannte Augen-Gneisse der Abbabis-Zeit weit verbreitet. Die &#8220;Augen&#8221; werden aus grossen Feldspat-Kristallen gebildet, die w\u00e4hrend der Metamorphose &#8220;gesprosst&#8221; sind.<br \/>\nFalls eine Farmrundfahrt, an der Sie auf Etusis teilnehmen k\u00f6nnen, nicht bis in diese abgelegene Ecke der Farm gehen sollte, haben Sie die M\u00f6glichkeit die Augengneise auch auf eigene Faust bei Ihrer An- bzw. Abreise zu entdecken. Vorkommen dieser uralten Gesteine sind an der Kreuzung der C 32 mit der D 1952 auf Ihrem Weg zur Etusis Lodge zu finden.<\/p>\n<p>Besonders interessante Gesteine auf Etusis, welche der Snowball-Earth Periode angeh\u00f6ren, sind l\u00e4ngs des Klippspringer-Weges zu bewundern. Dort finden Sie verschieden grosse, meist aus Karbonat bestehende Ger\u00f6lle, die unregelm\u00e4ssig in einer gr\u00fcnlichen, feinen Matrix eingebettet sind. Dabei handelt es sich um sogenannte Dropstones (Abb. 3.38). Diese Gesteinsfragmente waren einst an Treibeis festgefroren und weit auf das Damara-Meer hinausgetrieben, bevor sie durch Abschmelzen des Eises auf den Meeresboden sanken und in die dortigen, feinen Meeressedimente eingebettet wurden. Die parallele Einregelung und Steckung der hellen Ger\u00f6lle entstand w\u00e4hrend der Damara-Gebirgsbildung durch die damals herrschenden Druck-Bedingungen. Die glazialen Ablagerungen auf Etusis sind Teil der Ghaub-Formation, und somit w\u00e4hrend der Vergletscherung der Erde vor etwa 635 Mio Jahren entstanden.<\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.etusis.de\/lodge\/images\/stories\/lb_geologie\/338.jpg\" border=\"0\" \/><br \/>\nAbb. 3.38: Dropstones der Ghaub-Formation (2. Snowball Earth-Periode) auf Etusis<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr den geologisch nicht vorgebildeten Besucher z\u00e4hlen auf Etusis die Marmore der Karibib-Formation zu den auff\u00e4lligsten Gesteinen. Diese interessanten Gesteine entstanden durch eine weitr\u00e4umige Transgression (Meeres\u00fcberflutung) nach dem Abschmelzen der Gletscher der Ghaub-Vereisung und bildeten vor mehr als 600 Mio Jahren eine grosse Karbonat-Plattform im s\u00fcdlichen Schelfbereich des Kongo-Kratons. Durch intensive Metamorphose w\u00e4hrend der Damara-Gebirgsbildung wurden die Karbonate in Marmore umgewandelt. Direkt bei der Lodge, oder aber auf dem Weg zum Wasserfall zeigen kleine Probeanschnitte die glatten, angeschliffenen W\u00e4nde, die an ein unfertiges Badezimmer erinnern (Abb. 3.39).<br \/>\n<img src=\"http:\/\/www.etusis.de\/lodge\/images\/stories\/lb_geologie\/339.jpg\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Abb. 3.39: Kleiner Probeanschnitt im Marmor der Karibib-Formation<br \/>\nAuf der Nachbarfarm Habis kann ein im Abbau befindlicher Marmor-Steinbruch besichtigt werden. Dieser Besuch ist allerdings durch das Personal der Etusis Lodge vorab zu regeln. In dem, von den Marmorwerken Karibib betriebenen Bruch k\u00f6nnen Sie zahlreiche, zum Abtransport bereitliegende Marmor-Bl\u00f6cken sehen, deren Einzelgewicht h\u00e4ufig mehr als 15 t betr\u00e4gt (Abb. 3.40). Ebenfalls bieten sich Einblicke in die Technik des Steinbau-Beriebs. Besuche auf eigene Faust sind nicht erw\u00fcnscht und verstossen gegen das Zutrittsrecht.<\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.etusis.de\/lodge\/images\/stories\/lb_geologie\/340.jpg\" border=\"0\" \/><br \/>\nAbb. 3.40: Geschnittene grosse Marmorbl\u00f6cke liegen zum Abtransport bereit<\/p>\n<p>Ebenfalls lohnenswert ist auch ein Blick auf die interessanten, \u00e4usseren Verwitterungsstrukturen der Marmorw\u00e4nde (Abb. 3.41). Da Marmore genau wie Kalke und Dolomite aus dem Mineral Calcit, bzw. Dolomit aufgebaut werden, unterliegen auch sie den Vorg\u00e4ngen der Karbonat-Verwitterung (siehe Kapitel 7.1.2). Dabei werden die Gesteine durch leicht saure Niederschlagsw\u00e4sser angegriffen, was h\u00e4ufig zur Bildung skuriler Verwitterungsmuster f\u00fchrt. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass im Marmor \u00e4hnliche Verwitterungsformen anzutreffen sind, wie in Kalk- bzw. Dolomit-Gesteinen.<\/p>\n<p><img src=\"http:\/\/www.etusis.de\/lodge\/images\/stories\/lb_geologie\/341.jpg\" border=\"0\" \/><br \/>\nAbb. 3.41: Durch Karbonat-Verwitterung angegriffener Marmorzug<\/p>\n<p>Auch haben magmatische Vorg\u00e4nge der Damara-Zeit auf Etusis ihre Spuren hinterlassen. Als typische Vertreter von Intrusiv-Gesteinen treten hier zahlreiche Granit-Pegmatite auf. Diese sind Produkte der sp\u00e4ten Abk\u00fchlungsphase von Granit-Plutonen. Sie stellen verfestigte Gesteinsschmelzen dar, die bei Temperaturen zwischen 400 und 700\u00b0 Celsius in einem ungew\u00f6hnlichen gas-fl\u00fcssigem Zustand als G\u00e4nge in das umgebende Gestein gepresst wurden. Da die \u201etypischen\u201c chemischen Elemente im Granit bereits erstarrt waren, enthalten die Pegmatite oft seltene Elemente. Diese begehrten Erze (z.B. C\u00e4sium-, Beryllium- und Lithium-Erz) und Edelsteine (z.B. Turmalin, Aquamarin) reichern sich dann in diesen Pegmatiten an.<\/p>\n<p>Auf Etusis befinden sich mehrere Glimmer-Vorkommen, die an diese Pegmatit-G\u00e4nge gebunden sind und die f\u00fcr industrielle Zwecke abgebaut wurden. Dabei handelt es sich in erster Linie um den hellen Muskovit-Glimmer, der insbesondere in der Elektronik und als hochfeuerfester W\u00e4rme-Isolator eingesetzt wird. Im Nordosten der Farm kommt auch der lithium\u00achaltige Glimmer Lepidolith vor, der als Lithium-Erz verwendet wird und als solches f\u00fcr die Herstellung von Spezialmetal-Werkstoffen, z.B. f\u00fcr die Luftfahrt, von gro\u00dfer Bedeutung ist. Zudem findet Lepidolith auch in der Glas- und Keramik-Industrie Verwendung. Neben den an Pegmatite gebundenen Erzvorkommen treten auch geringe Mengen Kupfererz in den roten Etusis-Quarziten auf. Alle Abbaut\u00e4tigkeiten auf Etusis sind allerdings schon lange eingestellt, zur Freude von Mineraliensammlern, die auf den alten Halden noch ein paar sch\u00f6ne Kristalle entdecken k\u00f6nnen (Abb. 3.42).<br \/>\n<img src=\"http:\/\/www.etusis.de\/lodge\/images\/stories\/mineraliensucher.jpg\" border=\"0\" \/><br \/>\nAbb. 3.42: Mineralienfundstellen auf Etusis<\/p>\n<p>Neben zahlreichen Granit-Intrusionen, die wie in vielen Landesteilen auch auf Etusis zu finden sind, tritt auf Etusis ein viel selteneres Pluton-Gestein auf, der Gabbro. Vielleicht werden dem aufmerksamen Besucher l\u00e4ngs des Zufahrtsweges zur Etusis Lodge schon die gr\u00fcn-schwarzen Gesteine aufgefallen sein, die sich in kleinen Ablaufrinnen angesammelt haben. Bei der Farmrundfahrt stechen diese Gesteine dann in Form zahlreicher, dunkler Kuppen zwischen den typischen &#8220;Granit-Koppies&#8221; auf den Fl\u00e4chen von Etusis deutlich ins Auge.<\/p>\n<p>Der Gabbro entspricht chemisch dem Basalt. Letzterer erstarrt schnell als Erguss-Gestein durch vulkanische T\u00e4tigkeit oberhalb der Erdoberfl\u00e4che, w\u00e4hrend sein unterirdischer Vertreter, der Gabbro in grossen Tiefen in der Erdkruste langsam abk\u00fchlt. Wie auch die Granite von Etusis, sind die Gabbros w\u00e4hrend der Damara-Gebirgsbildung aufgestiegen. Die Gabbros werden stratigraphisch als Neikhoes-Gabbros bezeichnet. Sie bilden eine offene Ringstruktur von ca. 4 km Durchmeser, die auf den s\u00fcdlichen Fl\u00e4chen von Etusis durch zahlreiche dunkle Kuppen gut auszumachen ist.<\/p>\n<p>Anhand geochemischer Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass die Schmelzen der Gabbros aus grosser Tiefe, vermutlich sogar aus dem oberen\u00a0 Erdmantel stammen. Von allen bekannten, mehr als 200 unterschiedlichen damarazeitlichen Plutonen sollen sie mit als erste w\u00e4hrend einer fr\u00fchen Phase der Damara-Gebirgsbildung aufgestiegen sein. Sie sind somit j\u00fcnger, als die zahlreichen Granit-Plutone, welche weite Teile Zentral-Namibias charakterisieren. Da auch die Gabbros nach den gleichen Gesetzm\u00e4ssigkeiten wie Granite abk\u00fchlen, zeigen auch sie \u00e4hnliche Verwitterungserscheinungen. Daher sind an den Gabbro-Kuppen von Etusis die gleichen Verwitterungsformen zu finden, die sonst f\u00fcr Granite typisch sind.<\/p>\n<p>Granitische Gesteine sind auch auf Etusis zu finden. Hier bilden sie nicht nur die landestypischen Kuppen aus, sondern sind auch f\u00fcr ein weiteres, sehr markantes geologisches Merkmal verantwortlich, die Otjipatera-Berge. Diese fast 2000 m hohe Landmarke entstand durch eine sogenannte Aufdomung. Erst durch die beim Aufstieg eines m\u00e4chtigen Granitplutons wirkenden Kr\u00e4fte unterhalb des Bergr\u00fcckens, konnten die ehemals flachlagernden damarazeitlichen Sedimente angehoben werden und sich zu dem m\u00e4chtigen Bergzug auft\u00fcrmen. Noch heute zeugt die deutliche Schr\u00e4gstellung der Gesteine, die besonders am \u201eWasserfall\u201c erkennbar ist (Abb. 3.44), von den enromen geologischen Kr\u00e4ften, die zu dieser Aufdomung gef\u00fchrt haben.<br \/>\n<img src=\"http:\/\/www.etusis.de\/lodge\/images\/stories\/lb_geologie\/344.jpg\" border=\"0\" \/><br \/>\nAbb. 3.44: Die Schr\u00e4gstellung der Gesteinslagen am \u201eWasserfall\u201c wurde durch die Aufdomung hervorgerufen<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund um Karibib Ein Bericht von Diplom-Geologin Nicole Gr\u00fcnert, Terra Africana Safaris (Pty) Ltd Die Geologie rund um die Ortschaft Karibib wird im wesentlichen durch damarazeitliche Gesteine charakterisiert. 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